Großer BDA-Preis

Der Große BDA-Preis würdigt bedeutende Leistungen oder ein außergewöhnliches Werkverzeichnis eines Architekten oder eines Stadtplaners. Zur Bewertung können geplante oder ausgeführte Bauwerke, Leistungen auf dem Gebiet der Stadt- oder Regionalplanung, literarisch-theoretische Arbeiten über Architektur oder Stadtplanung oder die kritische Auseinandersetzung über Fragen des Planens und Bauens in der Öffentlichkeit zugrunde liegen. Die Auszeichnung kann an einen einzelnen Architekten oder Städtebauer oder auch an eine auf diesem Gebiet tätige Gruppe des In- und Auslandes verliehen werden.

Großer BDA-Preis 2014 an Axel Schultes

Der Architekt des „Band des Bundes“ in Berlin, Professor Axel Schultes, erhält den Großen BDA-Preis 2014. Dies entschied eine siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von BDA-Präsident Heiner Farwick (Ahaus) einstimmig. Der Preis wird im Vorfeld des diesjährigen BDA-Tags am 12. September 2014 in Hannover verliehen.

Das Preisgericht begründet seine Entscheidung mit folgenden Worten:

„Die Jury würdigt den Architekten Axel Schultes für sein herausragendes architektonisches Schaffen. Die Bauten von Axel Schultes prägen ihren Ort und lassen eine Architektur erleben, in der das Schöne kein Schein und das Gute in höchster räumlicher Qualität vollendet sind. Ihre außerordentliche Gestaltungskraft beziehen seine Bauwerke aus einer Verbindung von Raumlandschaften, inszenatorischem Willen und sinnhaft feiner Detailbildung.

Zum Gradmesser für das demokratische Selbstverständnis der Berliner Republik diente und dient das Berliner Bundeskanzleramt. Axel Schultes setzt mit dem Regierungssitz auf Repräsentation, jedoch unterläuft er mit einem spielerischen Formenkanon das staatstragende Pathos. Es gelingt ihm, der politischen Identität des wiedervereinigten Deutschlands mit dem Bundeskanzleramt – neben dem Reichstag – einen gebauten Ausdruck zu geben.

Wie nur wenige Architekten hat sich Axel Schultes mit mutigem Anspruch und großer Leidenschaft für eine Kultur des Bauens eingesetzt. Unbeirrt verfolgte er über einen langen Zeitraum seinen architektonischen Weg und hat zu einer Architektur gefunden, die über den Tag hinaus Bestand hat und von ungebrochener Relevanz ist. Symbolisch für das architektonische Ringen von Axel Schultes um fesselnde architektonische Raumkompositionen stehen das Krematorium Baumschulenweg in Berlin (1998) und das Bonner Kunstmuseum (1993).

Mit der Verleihung des Großen BDA-Preises an Axel Schultes würdigt die Jury einen großen Architekten der Gegenwart, dessen gebautes Lebenswerk und idealistisches Streben nach Raumwundern zu einem Teil der Architekturgeschichte unserer Zeit geworden sind.“

Der Bund Deutscher Architekten BDA vergibt alle drei Jahre den Großen BDA-Preis für bedeutende Leistungen auf dem Gebiet der Architektur und des Städtebaus. Zu den bisherigen Preisträgern* gehören unter anderem Mies van der Rohe, Günter Behnisch und Oswald Mathias Ungers. Der Preisträger des Jahres 2011 ist Volker Staab (Berlin).

 

Jury Großer BDA-Preis 2014:

Prof. Ingrid Burgstaller, Architektin BDA, München

Hubertus Eilers, Architekt BDA, Potsdam

Heiner Farwick, Präsident des BDA, Ahaus

Prof. Volker Staab, Architekt BDA, Berlin

Prof. Dr. Ullrich Schwarz, Geschäftsführer AK Hamburg, Hamburg

Christian Thomas, Leitender Redakteur Feuilleton, Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main

Susanne Wartzeck, Architektin BDA, Dipperz

Foto: Florian Meuser
Foto: Florian Meuser

Axel Schultes

Die Preisverleihung

Der Große BDA-Preis 2014 wurde am Freitag, 12. September 2014, an Axel Schultes verliehen. Veranstaltungsort war der Kleine Sendesaal des NDR in Hannover. Die Laudatio hielt Ullrich Schwarz (Hamburg).

Foto: Florian Meuser
Foto: Florian Meuser