H. G. Esch

50Hertz Netztquartier

Heidestraße 2, 10557 Berlin

H. G. Esch

50Hertz Netztquartier

Preisträger BDA PREIS BERLIN 2018 Publikumspreis 2018
Projekt
50Hertz Netzquartier
Architekt
Love architecture and urbanism zt gmbH/kadawittfeldarchitektur
Bauherr
50Hertz Transmission GmbH

„Ziel des Entwurfs ist es, für das Unternehmen 50Hertz ein, von innen nach außen gedachtes „Netzquartier“ zu errichten. Der Fokus liegt dabei auf vielseitigen und individuellen Arbeitswelten, die von großen Terrassen und Balkonen durchzogen werden.“
LOVE architecture and urbanism

Standort
Der Bauort zeichnet sich durch seine prominente Lage in der Berliner Innenstadt aus: angrenzend an das Museum für Gegenwartskunst und das Kulturareal „Am Hamburger Bahnhof“. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Berliner Hauptbahnhof, sowie das Parlaments- und Regierungsviertel mit dem Bundeskanzleramt, dem Bundestag sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Gebäudekonzept
Das „50Hertz Netzquartier“ nimmt die volumetrischen Vorgaben des städtebaulichen Masterplans (B-Plan-Entwurf) auf. Architektonisch präsentiert sich das Bauwerk als Überlagerung von drei verschiedenen Strukturen: dem horizontalen Rhythmus der Geschoßebenen, dem außenliegenden Tragwerk (netzartige Struktur), und den innenliegenden orangenen Kernen. Die tiefen Geschossplatten bieten Raum für unterschiedlichste Bürokonzepte. So kann jede Abteilung und jedes Team maßgeschneiderte Raumaufteilungen nutzen.
Jedes Geschoß bietet mehrere Balkone als Freibereiche, die als Arbeitsplatz, zur Kommunikation oder zur Kurz-Erholung genutzt werden können.

Das statisch voll wirksame außenliegende Tragwerk aus weißen Stahl-Verbundstützen (Dia-Grid) ermöglicht stützenfreie Innenräume entlang der Fassade und somit eine flexible Innenraumnutzung. Das Tragwerk bestimmt seine  Gestaltung. Das Fachwerk bildet ein Netz aus regelmäßig angeordneten diagonalen Stützen, das den Unternehmenszweck von 50Hertz (Netzbetreiber) abstrakt symbolisiert und eine Referenz an das Eisenbahnareal mit seinen Stahlbrücken und Viadukten rund um den Hamburger und Lehrter Bahnhof darstellt.
Aus der regelmäßigen Diagonalstruktur wurden einzelne Stützen  entfernt. Einzige Bedingung dabei war, dass eine noch leicht zu bewältigende freie Spannweite von rund 8,3 m im Kragplattenbereich nicht überschritten werden durfte. Diese spielerische Herangehensweise führte zu einem geometrisch komplex verwobenen  Äußeren, ein Fachwerk aus druck- und zugbelasteten Stützen. Die orangenen Kerne lenken den Blick durch das außenliegende Netz tief in das Innere des Gebäudes. In den Kernen sind alle Lifte, Treppenhäuser, Schächte, Haustechnikräume und, WCs gebündelt. Zwei der drei Kerne sind leicht gekippt.

Flexible Bürolandschaft
Der Entwurf schafft  Räume, die  den angestrebten Kulturwandel des Unternehmens hin zu einer offeneren sowie dialog- und teamorientierteren Arbeitsweise Rechnung tragen.
Die Idee des mit Outdoor-Workspaces durchzogenen, tiefen Baukörpers ermöglicht die Gestaltung  von verschiedenen  Nutzungskonzepten. Jedes  liefert einen anderen Workflow, eine andere  Arbeitsplatzqualität und -atmosphäre. Jedes Layout steht für ein anderes Verhältnis zwischen konzentriertem Arbeiten, informeller Kommunikation und Gärten (Outdoor-Workspaces).
Während der Planung konnte jede Abteilung des Unternehmens ihr  Arbeitsumfeld selbst definieren.  Kein Geschoss des Hauses gleicht einem anderen – es entstanden verschiedene Arbeitswelten mit individuellen Qualitäten.

Nächtliches Beleuchtungskonzept
Nachts werden einzelne Stützensegmente des außenliegenden Tragwerkes illuminiert und es entstehen dynamische Linien, die  an Wechselspannungskurvenerinnern. So wird in der Dunkelheit durch mehr als 200 Architekturleuchten aus einer Netzstruktur eine Linienstruktur und das Erscheinungsbild des Bauwerkes wandelt sich.