Foto: Eibe Sönnecken, Darmstadt

Preisträger „Große Häuser, kleine Häuser – Ausgezeichnete Architektur in Hessen“ 2013-2018

Haus A, Erweiterung eines denkmalgeschützten Ensembles

Eltville im Rheingau

Foto: Eibe Sönnecken, Darmstadt

Haus A, Erweiterung eines denkmalgeschützten Ensembles

Eltville im Rheingau
Projekt
Wohnhaus A
Architekt
o5 Architekten BDA - Raab Hafke Lang, Frankfurt am Main
Bauherr
Dagmar & Dr. Heinz Auerbach

Auf dem Grundstück befand sich ein altes Wohnhaus, das aufgrund hochbaulicher und städtebaulicher Aspekte nicht weitergenutzt werden konnte und rückgebaut wurde. Prägend für den Kontext des Grundstückes ist das Ensemble von denkmalgeschützten Gebäudepaaren der Gründerzeit. Das Konzept für den Neubau sah vor, das städtebauliche Ensemble der Doppelhausbebauungen und damit auch die Straßenabwicklung zu vervollständigen. Ferner wurden die bestehenden Nebengebäude (alte Stallungen bzw. Schuppen) sowie die Maueranlagen saniert. Der zweigeschossige, unterkellerte Neubau bezieht sich in Form und Gliederung auf das Nachbargebäude. Die subtile Modellierung der Satteldachflächen und Traufverläufe zu Straße und Garten wirkt gestaltprägend. Das Haus A ist für Familien konzipiert. Bei der Konzeption standen die Unverwechselbarkeit der Räume, unterschiedliche Proportionen, Öffnungen und Lichtstimmungen im Vordergrund – ganz dem Beispiel der Nachbarschaft folgend. Die Gestaltung, Gliederung und Materialität der Gebäudehülle wurde entsprechend in Anlehnung an den baulichen Kontext konzipiert. Die äußere Materialwirkung ist geprägt vom grau durchgefärbten Kratzputz in Verbindung mit glatt gefilzten, weiß angelegten Faschen sowie vom Schieferdach. Für den Neubau und seine Gebäudehülle wurde ein Effizienzhausstandard mit entsprechender technischer Ausstattung umgesetzt.

www.o5-architekten.de

Foto: Eibe Sönnecken, Darmstadt
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Preisträger

„Große Häuser, kleine Häuser – Ausgezeichnete Architektur in Hessen“ 2013-2018 – Johann-Wilhelm-Lehr-Plakette

Jury 2018
  • Christoph Bodenbach, Journalist / BDA a.o., Wiesbaden
  • Alexandra  Bub, Architektin BDA, Hamburg
  • Christian Nasedy, Architekt BDA, Darmstadt, Vorsitzender BDA Darmstadt
  • Prof. Michael Schanné, Architekt BDA, Kaiserslautern
  • Julian Andreas Schoyerer, Architekt BDA, Mainz

Juryurteil

Das Projekt überzeugt durch die Gesamtkonzeption und den innovativen Umgang mit dem Kontext und der Geschichte des Orts. Die Architekten reagierten direkt auf das historische Ensemble aus denkmalgeschützten Gebäudepaaren aus der Gründerzeit, entnehmen diesem die das Haus charakterisierenden Motive und überführten sie, ohne dabei in Retrodesign und Romantik zu verfallen, in die Sprache und aktuellen Anforderungen des Wohnbaus für eine Familie. Die Kubatur und die Dachformen der Nachbarschaft werden übernommen und an die aktuellen ökonomischen und ökologischen Anforderungen der Konstruktion und der Bautechnik angepasst. Die Lochfassade der Giebelwand mit den weißen Fensterlaibungen interpretiert subtil historische Themen. Überzeugend ist die noble Zurückhaltung und die Reduktion der eingesetzten Mittel und damit einhergehend die Vermeidung einer gestalterischen Exzentrizität. Entstanden ist auf dem kleinen Grundstück ein unvermutet spannendes Raumgefüge, das gesteigert durch die bis ins Dach geöffneten Wohn- und Erschließungsbereiche einen hohen Erlebnis- und Nutzungswert aufweist. Es entsteht ein vielfältig nutzbarer Lebensraum, der mitten in der Stadt alle Annehmlichkeiten des Wohnens auf dem Lande bietet.