Themen

Prof. Eckhard Gerber – Multimedia-Ausstellung zum 80sten

12. Oktober 2018

Die Freude am Bauen, gute Architektur treibt den Professor noch immer um: Eckhard Gerber, aufgewachsen als Pfarrerssohn in Thüringen, war er schon als Junge vom Handwerk und praktischen Bauen fasziniert. Foto: Gerber Architekten/David Klammer

„Das sind immer die einfachen, klaren Dinge, die einen Menschen prägen“: Das Zitat an der Wand soll Wesentliches sagen über Eckhard Gerber, über seine Herkunft, seine Architektur, seine Verantwortung.

In mehr als fünf Jahrzehnten haben der Dortmunder Architekt und sein Büro an die 250 Projekte im In- und Ausland geplant und gebaut, mitunter bei Wettbewerben Architektur-Stars wie Hans Hollein oder Aldo Rossi hinter sich gelassen. Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt das neue Baukunstarchiv NRW die Ausstellung Eckhard Gerber „Konzept + Atmosphäre“. Der Besucher taucht ein in das Leben und Werk des renommierten Baumeisters, der an die Rente noch keinen Gedanken verschwendet.

Blick in den kleinen Lichtsaal im Obergeschoss, der aktuell für Wechselausstellungen genutzt wird: Ein weißer Architektur- und Lichtpfad mit Modellen in der Mitte, beleuchtete farbige Fotos im Großformat rechts und links an den Wänden.

Ob der umgebaute U-Turm und das Harenberg City-Center in Dortmund, Energie- und Konzernzentralen, Landes-Funkhäuser, Universitäten und Staats-Bibliotheken, Konzertsäle, Forschungszentren, Schulen und einst die ersten Schmetterlingshäuser fürs Sauerland: Das Revier und viele deutsche Großstädte tragen Gerbers gestalterische klare Handschrift, die auf Öffnung setzt und immer den Stadt- und Landschaftsraum im Blick hat.

Schon als Kind konnte Eckhard Gerber stundenlang Baustellen beobachten, später half er in der dörflichen Schreinerei. Für seinen Traum vom Studium musste der Pfarrerssohn aus Thüringen allerdings raus aus der DDR. In Berlin nahm er die Straßenbahn gen Westen…

Eckhard Gerber, seit 1966 freischaffender Architekt. Vor zwei Jahren wurde das 50-jährige Bürojubiläum mit einer großen Werkschau in Berlin gefeiert.

Als Zwei-Mann-Büro fing Eckhard Gerber 1966 in Meschede an, die Menschen mit qualitätvollen Gebäuden zu überzeugen. Heute arbeiten 180 Kreative bei Gerber Architekten und noch immer treibt den Chef und Professor, der mehr als 30 Jahre lang auch den Uni-Nachwuchs die Kunst der Gestaltung lehrte, die Freude am Bauen an. Sein Dortmunder Büro Gerber Architekten, 1979 auf dem umgebauten historischen Tönnishof in Dortmund-Kley eröffnet, unterhält heute Standorte in Berlin, Hamburg, Riad sowie Shanghai. Geburtstag wird allerdings in Dortmund gefeiert – „an einem tollen Ort“, mit einer eindrucksvollen Werkschau. Die überzeugt auch mit einer klaren Linie, mit einer schlicht-schönen Ausstellungsarchitektur (Konzept und Gestaltung: Heidi Knaut, Amran Salleh, Rodrigo Andaeta Torres/Hamburg).

Im kleinen Lichtsaal sind beispielhaft zehn Gerber-Großprojekte in Szene gesetzt – unter anderem Harenberg, der Umbau zum Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität, die King Fahad Nationalbibliothek in Riad, die Biologischen Institute der Technischen Universität Dresden oder auch der Um- und Anbau von Eckhard Gerbers Wohnhaus neben seinem Architekturatelier am Tönnishof in Dortmund. Die Modelle auf einem matt-weißen Licht- und Architekturpfad markieren die Mitte. An den Wänden sorgen großformatige Fotos der Bauten für die Farbe. Die Ausstellungsmacher haben sie auf Textil gezogen und so große Lichtkästen gebaut. Das Zusammenspiel sieht ziemlich spektakulär aus.

Eine riesige Regalwand wurde eigens für die Ausstellung gebaut: Hier haben neue und alte Modelle von Gerber Architekten ihren Auftritt.

Aktuelle Bauten und Planungen füllen einen zweiten Raum, in riesigen – eigens gebauten – Regalen haben alte und neue Modelle ihren Auftritt. Im dritten Teil der Ausstellung bittet Eckhard Gerber die Besucher vors Fernsehen und in eine weiße „Lümmelecke“. Hier gibt der Architekt in einem Film sehr viel Persönliches preis. Dass die Jazz-Trompete das Geld fürs Studium einspielte, zum Beispiel. Oder die Mutter am Ende die zündende Idee hatte: „Studier‘ doch Architektur. Du kannst so schön bauen.“

Ergänzt wird die Geburtstags-Ausstellung (bis 3. Februar 2019) durch öffentliche Podiums-Dialoge zwischen Eckhard Gerber und einem Gast. Zum Auftakt Ende November war Prof. Volkwin Marg eingeladen, Gründungspartner von gmp-Architekten/Hamburg.

GA_Einladung_Ausstellung_Konzept_und_Atmosphaere_digital

 

 

Konzept + Atmosphäre heißt die Ausstellung im neuen Baukunstarchiv NRW zum 80. Geburtstag von Eckhard Gerber. (Foto: Hans Jürgen Landes)
Projektkataloge in XXL laden zum Blättern ein und bitten den Besucher herein...(Foto: sim)
In der Pipeline: Modell für einen Bürokomplex im Central Business District Jinan, China. (Foto: sim)
Links die Regalwand mit neuen und alten Modellen, rechts der Tisch mit Projekten in Planung oder in Arbeit. (Foto: Hans Jürgen Landes)
Hier noch einmal eine Nahaufnahme von der weißen "Modellspur" - im Hintergrund die Lichtkästen mit den dazugehörigen Projekten. (Foto: Hans Jürgen Landes)