Foto: Hélène Binet

Preisträger BDA-Architekturpreis Nike 2013
Preisträger Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2011
Preisträger KAP | Kölner Architekturpreis 2010

Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln

Kolumbastr. 4, 50667 Köln

Foto: Hélène Binet
Projekt
Kolumba - Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Architekt
Peter Zumthor, Haldenstein / Schweiz
Bauherr
Erzbistum Köln, Generalvikariat

Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln

Juryurteil „Architekturpreis NRW“

Wer dieses Gebäude betreten hat, erfährt die Verzauberung, die Architektur auslösen kann. Die gelungene Komposition aus Geschichte und Gegenwart entfaltet eine sinnliche Kraft, die den Besucher gleichermaßen mit starken Raumeindrücken und feinen Details beeindruckt.

Materialwahl, Lichtführung und sorgfältig komponierte Raumfolgen sind zu einem großen Ganzen gefügt. Auch im Stadtraum vermittelt der steinerne Baukörper die Kraft der Ruhe und integriert dabei fast spielerisch-selbstverständlich die Fragmente des baulichen Erbes, den perforierten Fries der Steine und die großen Glasflächen zu einem ausdruckstarken Gebäude der Gegenwart. Nachhaltig ist das Erlebnis der Begegnung.

Juryurteil KAP Kölner Architekturpreis

Kein Gebäude wurde so diskussionslos und einstimmig für die Auszeichnung nominiert wie das neue Museum Kolumba.

Peter Zumthors Bau ist ein Ausnahme-Museum, gerade weil es im Spektakelwettkampf der Kulturbauten so spröde und kontemplativ auftritt. Mit Ausnahme der stark gemaserten roten Holzvertäfelung im Lesezimmer sind alle Elemente dieses Kunstwerks still, respektvoll und sinnlich in Zurückhaltung. Selbst die drei kräftigen Lichttürme im obersten Stockwerk, die den Kunstwerken eine aufwärtsstrebende Erhabenheit schenken, bleiben dabei rücksichtsvoll.

Komponiert als eine Burg des Lichts und der wechselnden Volumina, besteht dieses Ausstellungshaus aus unaufdringlichen Sensationen. Jeder Saal des Aufstiegs durch die Kunst zeigt andere Proportionen und Beleuchtungsverhältnisse, dunkel und flach öffnet sich in weit und hell, künstlich beleuchtete Kabinette wechseln sich ab mit den von Tageslicht durchfluteten Sälen, die mit ihren großen Fenstern auch die Fassade strukturieren. Der Filterfries aus gelbem Klinker, der die Ausgrabungen in der alten St. Kolumba-Kirche beleuchtet, um deren Fundamente und Reste das Museum herumgearbeitet wurde, ist eine ebenso glückliche Erfindung von Zurückhaltung und Einkehr wie der „Klosterhof“ hinter dem Eingang, der auf dem alten Friedhof einen Ort von geradezu spiritueller Kraft schafft.

Auch im zeichen- und stilüberfluteten Stadtraum zwischen Einkaufspassagen, WDR-Gebäude und Opernplatz erzeugt Zumthors protestantische Strenge einen Ruhepol, in dem die Reste der katholischen Architektur mit größter Sorge aufgehoben sind. Seine geniale Fähigkeit, den Geist der Sinn- und Antwortsuche, der Besinnung und der Demut in zeitlose haptische und optische Qualitäten zu übersetzen, lässt die Prophezeiung zu, dass Peter Zumthors Kolumba auch in hundert Jahren noch den Kölner Architekturpreis gewinnen würde.

Text: Till Briegleb

Foto: Hélène Binet
Foto: Hélène Binet
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Foto: Hélène Binet
Foto: Hélène Binet
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Preisträger

BDA-Architekturpreis Nike 2013 – Nike für Atmosphäre

Auszeichnung für ein Bauwerk, das durch Gestalt und Anmutung, durch Licht und Raum, durch Material und Farbe einen besonderen atmosphärischen Eindruck erreicht.

Das Kunstmuseum des Erzbistums Köln versteht sich als „lebendes Museum“: Das Präsentationskonzept zeigt Arbeiten aus verschiedenen Kunstepochen in wechselnden „Gegenüberstellungen“, unabhängig von stilgeschichtlichen oder medialen Zusammenhängen. Im Zentrum der Rezeption des Betrachters steht der direkte Dialog mit der Kunst.

Die Architektur des Gebäudes spiegelt diese anspruchsvolle Idee des Dialogs mit ihren Mitteln. Sie ist eine atmosphärisch dichte Komposition aus Geschichte und Gegenwart, die mit starken Raumeindrücken und sorgfältig ausgeführten Details eine große Faszination hervorruft.

Den Ausstellungsräumen gemeinsam ist die Schlichtheit der Materialien: Backstein, Mörtel und Lehmputz sowie Naturstein, Terrazzo und geglätteter Estrich auf den Böden. Die Askese und Eleganz des Inneren setzen sich im Stadtraum fort .Hier entfaltet das Museum gestalterische Kraft mit seinem perforierten Fries und den großen Glasflächen. Für die Fassade wurde eigens ein Ziegel im Römerflachformat entwickelt, der sich an dem ockergrauen Sandstein der Ruinenreste von St. Kolumba orientiert. Materialwahl, Lichtführung und sorgfältig komponierte Raumfolgen laden die Besucher des Museums zum meditativen Sehen der Räume, der Kunst und der Stadt ein.

Laudator: Michael Frielinghaus

Preisträger

BDA-Architekturpreis Nike 2013 – Große Nike

Die Große Nike ehrt ein Bauwerk, das mit Atmosphäre und Symbolik, in Fügung und Komposition, im Anspruch auf Soziales und auf Neues in besonderer Weise die Intention des Architekturpreises Nike erfüllt.

Es ist ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Ort: Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Peter Zumthor schuf hier eine Raumkomposition, die - in der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes - ganz unterschiedliche Elemente zu einem Ganzen, Unverwechselbaren zusammenfügt. Der Besucher dieses Museums betritt eine eigene Welt, in der unmittelbar die laute umgebende Stadt vergessen ist und die Zeugnisse der gebauten Vergangenheit, erhellt durch vereinzelt einfallende Lichtstrahlen, in den Dialog mit dem anspruchsvollen Konzept des Kunstmuseums für das Erzbistum treten.

Exakt nimmt der Neubau die Fluchtlinien der gotischen Kirche St. Kolumba auf und integriert das Bestehende. Die Fassade des neuen Museums wächst auf den vorhandenen Grundmauern. Die von Gottfried Böhm erbaute Kapelle “Madonna in den Trümmern“ aus den fünfziger Jahren wird mit einem separaten Eingang eingehaust. Sie steht in einer Ruinenlandschaft mit Fundamenten der Vorgängerkirchen. Diese Ruinenlandschaft, als größter und einzigartiger Ausstellungsraum, wird durch die perforierte Filterstruktur der Klinker-Fassade beleuchtet. Über diesem zentralen Raum scheint das eigentliche Museum, getragen von zwölf Meter hohen Stahlstützen, zu schweben und verwandelt dadurch das Ausgrabungsfeld in einen sakral wirkenden Ort der Andacht und Einkehr. So fügt sich das Alte, Gerettete mit dem Neuen zu architektonisch gefasster Geschichte.

Erhaben präsentiert sich das Innere des Ausstellungshauses im Obergeschoss als eine Komposition aus Licht, Material und Raum. In helles Tageslicht gehüllte Ausstellungssäle und künstlich beleuchtete Kabinette, weite und enge Öffnungen, intime Kunstbetrachtungen und gezielte Ausblicke auf die Stadt wechseln sich ab.

Peter Zumthor trifft in dem Gebäude Kolumba auf die grundlegenden Fragen der Architektur, bezogen auf Raum, Zeit, Material und Stadtgestalt. Seine Antwort inspiriert auf wunderbare Weise zum Sehen, zum Fühlen, zum Erleben und zum Nachdenken. Kolumba ist zu einem würdevollen Ort geworden durch Schlichtheit und eine sehr präzise Architektur, die in jedem Detail überzeugt.

Laudator: Michael Frielinghaus

Preisträger

Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2011 – Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2011

Preisträger

KAP | Kölner Architekturpreis 2010 – Auszeichnungen